Jan 21 2011

Modern: Gleitsichtbrillen

Published by admin at 03:05 under Allgemein

Die Zeiten der Omabrille sind vorbei, seit die Experten der Brillenglashersteller durch neue Techniken zur verbesserten Sicht verhelfen. Moderne Gleitsichtbrillen decken drei Bereiche des Sehens ab, ohne dass diese Übergänge für den Nutzer oder einen außenstehenden Betrachter erkennbar wären.

Mit dem Alter lässt die Sehkraft nach, die Linse verhärtet sich und genau darum fällt es uns immer schwerer, zwischen Nah- und Fernsicht zu wechseln, ohne dass sich das Bild verzerrt. Eine Gleitsichtbrille bietet hier optimale Lösung, doch das war nicht immer so.

Keine Omabrille für Nah- und Fernsicht

Lange Zeit wurde dieser Effekt dadurch ausgeglichen, dass zwei sichtbare Sehfelder in einer Brille integriert wurden. Neben der üblichen Einstellung für die verbesserte Fernsicht wurde und wird bei sogenannten Bifokalgläsern ein lupenähnliches Glasfeld im unteren Bereich der Brillengläser eingefügt, durch den das Lesen auf kurzer Entfernung erleichtert werden soll. Diese zwei unterschiedlichen Seheinstellungen sind nicht bloß für den Brillenträger spürbar, weil die Zone abrupt aneinander anschließen und es darum zu einer Art Schaukelwahrnehmung kommen kann. Auch für den Betrachter von Außen sind diese zwei unterschiedlichen Zonen deutlich sichtbar und irritieren mitunter. “Omabrille” wird diese Version darum auch etwas abschätzig genannt, doch inzwischen ist die Technik zur Herstellung moderner Brillengläser wesentlich fortgeschrittener.

Individuelle Einstellung erleichtert das Sehen

Moderne Gleitsichtbrillen decken beinahe übergangslos drei Bereiche des täglichen Sehens ab. Im oberen Sichtfeld wird weiterhin die Fernsicht gefördert, am unteren Rand das kurzsichtige Lesen und im Mittelfeld normale Distanzen, die etwa bei der Arbeit am Bildschirm genutzt werden. Damit diese fließenden Übergänge für das Sehverhalten des jeweiligen Nutzers optimal bestimmt werden können, werden bei der Anpassung der Gläser einige Untersuchungen im Vorfeld nötig. So ist neben der Ermittlung der optimalen Sehstärke für den Brillenträger mit Gleitsichtgläsern auch eine genaue Messung der Abstände von der Distanz der Pupillen bis zum Abstand der Hornhaut zum Scheitel nötig.

Auch die Wahl des Brillenmodells fließt in die Berechnungen zur Erstellung der Gleitsichtgläser mit ein. Schmale Brillenmodelle verringern das Feld und bedürfen unter gewissen Voraussetzungen sogenannten Short Gläsern, bei denen der Abstand zwischen den Zonen noch einmal verringert werden kann. Die Mindesthöhe von der Pupille bis zum unteren Rand der Gläser liegt bei diesen Short Gläsern bei 15 mm, bei anderen Modellen bei bis zu 21 mm.

Besserer Durchblick mit Gleitsichtbrillen

Durch diese passgenaue Anfertigung der Gleitsichtbrillen können die Vorteile gegenüber herkömmlichen Bifokalgläsern individuell für den jeweiligen Brillenträger optimiert werden. Unangenehme Schaukeleffekte werden so minimiert und die Übergänge zwischen den Zonen sind auch von Außen kaum noch sichtbar. Nach einer kurzen Eingewöhungsphase adaptiert das Gehirn diese drei Zonen und gerade neue Brillenträger empfinden die Umstellung als sehr angenehm.

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